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Datum/Zeit
Mittwoch, 04.10.2017
19:30 - 22:00

Veranstaltungsort
Helmut-List-Halle

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Händl Klaus @ musikprotokoll

Begonnen hat es in Graz. 1994 veröffentlichte Händl Klaus mit „Legenden“ seinen ersten Prosaband im Grazer Literaturverlag Droschl. Inzwischen ist er längst ein international renommierter Schriftsteller, Filmregisseur und Dramatiker, dessen Arbeiten sich durch eine zutiefst musikalische Herangehensweise auszeichnen. In seinem Film „Kater“ aus dem Jahr 2016 zum Beispiel spielt das Radio-Symphonieorchester Wien eine Hauptrolle. Oft schreibt er Libretti für zeitgenössische Opern, etwa von Georg Friedrich Haas. Seine Liebe und Leidenschaft gehört der neuen und neuesten Musik, und somit war es hoch an der Zeit, ihn zu seinem einschlägigen Lieblingsfestival einzuladen. Anlässlich der 50. Ausgabe des musikprotokoll kehrt Händl Klaus als Festivalschreiber mit literarischen Interventionen nach Graz zurück.

Primen
Peter Jakober (AT) & Ferdinand Schmatz (AT)

Teilnehmende Chöre:
ensemble zeitfluss
chor pro musica Graz unter Gerd Kenda
Vocalforum Graz unter Franz Herzog
Domkantorei Graz unter Josef Doeller

Eine Vielfalt an Grazer Stimmen untersucht die Stimme als manipulatives Instrument. An der Uraufführung der Komposition von Peter Jakober sind unter anderem drei Chöre und insgesamt zwölf Dirigenten beteiligt.

Ein ewiges Licht an den Beginn einer Festivalgeschichte zu setzen, kann wohl nur eine an Verschlagenheit grenzende symbolträchtige Absicht sein: 1968 wurde die erste Ausgabe des Festivals musikprotokoll im steirischen herbst mit der damals noch jungen 16-stimmigen Motette „Lux Aeterna“ von György Ligeti eröffnet. Die Faszination des Instruments Stimme bleibt auch im Jahr 2017 so zeitlos wie zeitgemäß. Drei Grazer Chöre, der Dirigent Gerd Kenda, gleich zwölf Subdirigenten, vier Instrumentalisten und ein Literat eröffnen das musikprotokoll dieses Jahr mit einer raumfüllenden Uraufführung des Komponisten Peter Jakober. Dabei werden die Dirigenten jeweils unterschiedliche Tempi dirigieren und durch deren Überlagerung ein ganz besonderes Klangerlebnis herbeiführen. Der Autor Ferdinand Schmatz spricht selbst seinen eigenen Text, das Grazer ensemble zeitfluss gibt instrumental den Ton an, und die vielseitigen Stimmen des chor pro musica Graz, des Vocalforum Graz und der Domkantorei Graz versuchen sich ganz ungeniert in einer offenen Manipulation der Hörerschaft. Denn „Primen“ beschäftigt sich mit Phänomenen, die unser Sein bestimmen, ob wir es uns eingestehen wollen oder nicht: mit der Manipulation des Wortes und der damit einhergehenden Manipulation des Menschen, der zarten Grenze zwischen Bewusstem und Unbewusstem. Zwischen Sinn und Sinnlichkeit von Sprache und Stimme liegt ein schmaler Grat und doch ein weites Land.

„Primen“ von Peter Jakober ist musikprotokoll-Emil-Breisach-Kompositionsauftrag 2017. Eine Koproduktion von steirischer herbst und musikprotokoll.

Tickets gibt es hier